Ein deutschnationaler Jude redet mir aus der Seele

WELTANSCHAUUNG

3/22/20262 min read

Wenn ich etwas für die Öffentlichkeit Bestimmtes schreibe, dann kümmert mich das zu erwartende negative Echo nicht. Ich habe keine Gefolgschaft, auf die ich Rücksicht nehmen müsste. Mit meinen zukunftsbezogenen Visionen stehe ich allein auf weiter Flur. Würden meine Thesen mehrheitlich Anklang finden, dann wäre das der Beweis dafür, dass ich falsch liege.

Ähnlich äußerte sich der als deutschnationaler, sogenannter „Preußenjude“ bekannte Erlanger Professor Hans-Joachim Schoeps, in seiner 1972 herausgegebenen Broschüre

                                              ›Deutschland droht die Anarchie‹

„Es ist mir vollkommen gleichgültig, ob das opportun ist und in die hiesige Landschaft passt oder nicht.“ (Quelle: Deutschland droht die Anarchie, v. Hase & Koehler Verlag, Mainz 1972)

Prof. Schoeps beschrieb zu Anfang der siebziger Jahre den geistigen Zustand der Nachkriegsgeneration:

„Die heutige Regierung hat sich dem Standpunkt der ehemaligen Kriegsgegner, von denen keiner zu irgendeinem Zeitpunkt die Wiedervereinigung wirklich gewollt hat, weitgehend angenähert.“ (ebd. Seite 23)

„So nahm die junge Generation, die keine erlebnismäßigen Vergleichsmöglichkeiten hatte, alles Vorgefundene bereits als selbstverständlich hin, zeigte sich des Überflusses an Konsumgütern bald blasiert und versnobt, ihre Genussfähigkeit vergröberte und primitivierte sich.“ (ebd. Seite 17)

„Es fehlt den meisten jungen Leuten jedes Bedürfnis nach historischer Orientierung. Weil die Welt mit ihnen selber anfängt. (...) Autorität wird diffamiert, indem man sie gleichsetzt mit ‚Repression‘(Unterdrückung).“

„Die heutige Generation steht in einem geschichtlichen Vakuum.“   (ebd. Seite 32/33)

„Der Protest ist ihre Grundhaltung: sie protestiert gegen alles, gegen Vietnam, den Krieg überhaupt, gegen Autorität, das Establishment usw., d.h. sie kann ihren Protest oder ihr Unbehagen über das Bestehende überhaupt nicht artikulieren. … … Die junge akademische Generation von heute ist primitiver als alle Studienjahrgänge seit 1945 und vor 1930. … …Gleichwohl konnten sich die revolutionären Umsturztheoretiker der Linken einen idealeren Nährboden als diese jugendliche Irrationalität auf Schulen und Universitäten gar nicht wünschen.“   (ebd. S 18/19)

Welche Ideen könnten denn heute junge Menschen faszinieren? Auch hier sehe ich schwarz. Was früher begeistern konnte, Volk, Vaterland, Nation sind Werte, … die suspekt geworden sind …“   (ebd. Seite 20/21)

„Bisher fehlen symbolkräftige Personen, zu denen man verehrend aufschauen kann.“  (ebd. Seite 20)

Symbolkräftige Personen würden sich vielleicht finden lassen, aber ob diese dann das Wissen und die Fähigkeiten haben um ihrer Rolle als Volksführer gerecht werden zu können, ist nicht nur fraglich, sondern auch sehr unwahrscheinlich. Ganz allgemein ist zurzeit das revolutionäre Potential extrem unterentwickelt. Würde sich widererwarten doch noch eine zum Führer der Nation befähigte Person finden lassen, so würden ihm die Geheimdienste der Siegermächte nicht gestatten, sich zu entfalten.

Im Jahre 1972 schrieb Prof. Hans-Joachim Schoeps:

„Für vordringlich halte ich die Abschaffung einer Absurdität, die die Amerikaner als Besatzungsmacht nach 1945 allerorten in der naiven Absicht eingeführt haben, die Deutschen politisch umzuerziehen.“  (ebd. Seite 65)

Wer mir etwas dazu schreiben will, gerne unter: karl-heinz-hoffmann@gmx.com