Das JHVH Tetragram
6/12/20263 min read
Die Entschlüsselung des JHVH Tetragramms
Die theologische Wissenschaft glaubt in dem Namen Jahve den Namen des mosaischen Gottes erkannt zu haben. Martin Buber hatte die Bedeutung des Wortes mit der krampfhaft aus dem Hebräischen hergeleiteten Ausdeutung: „Ich bin der ich bin da.“ erklärt.
Heute wird allgemein, ohne den geringsten Zweifel, das fonetisch fälschlich als Jahve gelesene Tetragramm „JHVH“ als Name des jüdischen Gottes verstanden, weil es sehr bequem ist, die einmal von anerkannten Autoritäten eingeführte Begriffe widerspruchslos zu übernehmen.
Die allgemeine Anerkennung einer wissenschaftlichen Fehlleistung kann aber an der Fehlerhaftigkeit nichts ändern.
Seit ich mich vor 40 Jahren mit den Schriften Martin Bubers befasste und dabei auf seine abenteuerliche Ausdeutung des JHVH Tetragramms aufmerksam wurde, habe ich mich über eine lange Zeit hinweg intensiv mit der Erforschung des JHVH Tetragramms beschäftigt und bin dabei zu einem vernünftigen, wissenschaftlich nachvollziehbaren Ergebnis gekommen.
Vorab zum Verständnis: Das Schriftbild JHVH ist eine Konsonantenreihe, in der die Vokale nicht als Grapheme zu sehen sind, gleichwohl aber dazu gehören. Der Lesende muss das, nur in einer Konsonantenreihe geschriebene Wort in seiner vollen Lautgestalt kennen und die, nicht im Schriftbild enthaltenen Vokale hineinlesen.
Um die Spannung in Grenzen zu halten, will ich das Ende meiner Forschung vorwegnehmen, um dann auf die zum Anfang gehörende linguistische Ermittlungsarbeit zurückzukommen.
Der alttestamentarische, vom Judentum adaptierte gestaltlose Gott war ursprünglich der im Feuer verehrte körperlose Gott der ur-arischen Feuerreligion.
Wenn das hebräische Konsonantengerüst JHVH mit den richtig eingefügten Vokalen gelesen wird, dann ist die semantische Erklärung nicht der Gottesname, sondern eine Herbeirufungsformel für die Gottheit. Man könnte es auch, im weitesten Sinne als Gebet bezeichnen. Die wörtliche Bedeutung ist: „Lasst uns gemeinsam opfern!“
Alle bisherigen Ausdeutungsversuche mussten zwangsläufig in die Irre führen, weil die theologisch geprägten Linguisten die Wortbedeutung des Tetragramms partout in der sogenannten semitischen Sprachfamilie zu finden glaubten. Niemand ist auf die Idee gekommen, die Bedeutung des Tetragramms, im weitesten Sinne in der indogermanischen Sprachfamilie zu suchen.
An dieser Stelle bedarf es einer Erklärung. Die Sprachwissenschaft weiß, dass der religiös begründete Begriff „semitisch“ wissenschaftlich gesehen völlig neben der Sache liegt, aber man verwendet diesen, durch Gebrauch üblich gewordenen Begriff der Einfachheit halber weiterhin.
Wissenschaftlich korrekt betrachtet, sind die, als semitisch bezeichneten Sprachen einer afrikanischen Sprachfamilie zuzuordnen. Bezeichnenderweise taucht im Alten Testament, die Sprachbezeichnung „ivrit“= hebräisch nur ein einziges Mal im Zusammenhang mit einer, als Palastwächter bezeichneten Person auf. (vergl.: Nar ivrit) Von diesem Einzelfall abgesehen, der noch dazu nur eine Volkszugehörigkeit bezeichnet und nichts mit Sprache zu tun hat, wird immer, wenn von der Sprache der Juden in der mosaischen Zeit die Rede ist, „Schifat kanaani“ also die kananitische Mundart verwendet.
Warum hinsichtlich des JHVH Tetragramms die Suche nach einer Erklärung in der semitischen (falsch, aber durch Gebrauch üblich geworden) Sprachfamilie erfolglos bleiben musste, aber innerhalb der indogermanischen Sprachfamilie sachlich richtig rekonstruiert werden kann, ergibt sich aus dem zweiten Buch Mose, dem Kapitel Exodus. Dieses Kapitel macht uns mit dem, als Jethro oder wahlweise als Reguel bezeichneten Schwiegervater des aus Ägypten geflohenen, heimatlosen Moses bekannt. Jethro war ein etablierter mittannischer Feuerpriester. Daran kann es keine ernsthaften Zweifel geben. Der Feuerpriester Jethro hat seinen Schwiegersohn Moses in die Geheimnisse und Rituale der indoarischen Feuerreligion eingeweiht und ihn in den Priesterstand erhoben. Zu den wichtigsten Ritualen gehörte natürlich die Opferzeremonie samt den dazugehörigen Beschwörungsformeln.
Nun stellt sich die Frage, in welcher Sprache wurden die Rituale vermittelt? Spontan möchte man antworten: Natürlich in der Muttersprache des mittannischen Feuerpriesters Jethro. Das klingt vernünftig, logisch, aber ganz so einfach ist es nicht, weil die, von der mittannischen Bevölkerung gesprochenen Sprachen, einschließlich der offiziellen Amtssprache, nicht der indogermanischen Sprachfamilie zugerechnet werden können.
Warum kann ich angesichts dieser Erkenntnis behaupten, die Lösung des JHVH-Tetragramm- Rätsels muss innerhalb der indoarischen Sprachfamilie gedeutet werden?
Hier ist die Erklärung: Im Mittanni-Reich gab es eine Herrenschicht, die sich, zumindest in ihren schriftlichen Erklärungen einer eindeutig indogermanischen Sprache bediente, die dem indischen frühvedischen Sanskrit entspricht. Während die Elite indoarische Wurzeln hatte, war die allgemeine Amts- und Bevölkerungssprache das Hurritische. Die Oberschicht des Mittanni-Reiches, die sogenannten Maryannu, nutzten sakrale Begriffe aus der indoarischen Sprachfamilie.
Davon ausgehend, dass die Priesterschaft im Mittanni-Reich, der herrschenden Schicht zuzurechnen ist, muss zwangsläufig angenommen werden, dass der mittannische Feuerpriester Jethro, seinem Schwiegersohn Moses alle religionsrelevanten Begriffe in der indoarisch geprägten Superstrat-Sprache vermittelt hat. Ganz ähnlich wie die katholische Liturgie in Latein und nicht in den diversen Volkssprachen der Gemeinden vermittelt wird.
Im Bezug auf das JHVH Tetragramm stütze ich mich auf die Entsprechungen des mittannischen Superstrats in der indisch-vedischen Schwestersprache. Beispielsweise der im frühvedischen Sanskrit nachgewiesenen Aufforderung zum gemeinsamen Opfermahle: „JUHUVAHE“ die Bedeutung ist: Wir beide opfern, oder, wir beide rufen Gott an. Das Wort ist eine spezifische Verbform, die sich wie folgt zusammensetzt: Die Verbalwurzel ist „hu“, was opfern oder flüssige Butter ins Feuer gießen bedeutet. In der 3. Verbklasse des Sanskrits, wird die Wurzel verdoppelt, wodurch der Stamm „juhu“ entsteht.
Das Wort juhuvahe bedeutet im Kontext der vedischen Liturgie: „Wir beide opfern, oder lasst uns gemeinsam opfern“.
Wer mir etwas dazu schreiben will, gerne unter: karl-heinz-hoffmann@gmx.com.
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